Logo Verein bunte Bentheimer Schweine ® Naturlandhof Buening Buntes Bentheimer Schwein Harald Ferkelstall

Online Spenden

Schweinklein

Helfen
  Sie mit
weiterlesen

Schwein

Spendenkonto:
Kreissparkasse Nordhorn
BLZ: 267 500 01
Konto: 14 073 852

 

Kurzreisen

Pressearchiv 2003

Vergessene Genüsse wieder neu erleben

Stader Tageblatt, 31.12.2003

Im Alten Land arbeiten Gastronomie und Erzeuger an der Rückbesinnung auf eine regionale Küche
Kreis Stade (bv). Gutes schmeckt. Und so hat Margit Wolle vom Schützenhof Jork ein großes Ziel: Die Wiederentdeckung der regionalen, saisonalen Küche – bereichert unter anderem durch fast vergessene Obst- und Gemüsesorten mit ihrem oftmals ungewöhnlichen und markanten Geschmack. Mit ihren Mitstreitern – beispielsweise dem Bio-Obstbauern Eckart Brandt und Stephan Kaiser vom „Lüneburger Landgarten“ – will die Gastronomin eine Rückbesinnung auf regionale Gerichte und landwirtschaftliche Erzeugnisse forcieren.

Ihr Motto kurz und knapp: Vergessene Genüsse – neu erleben. „Der Geschmack muss wieder auf den Teller“, unterstützt der bekannte Bio-Obstbauer Eckart Brandt, der mit seinem Boomgarden eine „Arche Noah“ für mehr als 800 alte Obstsorten geschaffen hat, das Projekt von Wilhelm Wehrt und Margit Wolle vom Schützenhof Jork. Sie alle sind überzeugt, dass alte Obst- und Gemüsesorten, aber auch bedrohte Tierarten wie das Bunte Bentheimer Schwein eine „Bereicherung der regionalen Speisekarten“ wären. Vor allem aufgrund ihres unverwechselbaren Geschmacks.
Die Altländer Gastronomen wollen damit auch die beteiligten Erzeuger stärken, die sich unter anderem dem Anbau von alten Sorten und der Bewahrung alter Tierrassen wie des Bunten Bentheimer Schweines widmen. Und die beispielsweise auf den Horneburger Pfannkuchen oder Finkenwerder Herbstprinz (Äpfel), Nationalbergomotte oder Gute Graue (Birnen), Hermanns Blaue oder Reichskanzler (Kartoffeln) sowie weiße Beete schwören. Und Produkte erzeugen, die sich von der vom Lebensmitteleinzelhandel erzwungenen geschmacklichen Langeweile absetzen.
Was ist geplant? Die Gastronomen und die Erzeuger stellen ihre Produkte vor, einen Tag lang gibt's im Schützenhof Jork unter dem Motto „Vergessene Genüsse - neu entdeckt“ nur regionaltypische Gerichte. Der Termin: Sonntag, 25. Januar. Dann sind der Oldendorfer Heino Böhmke und Helge Thoelen aus Stadtland mit von der Partie; sie engagieren sich für die Erhaltung des „Bunten Bentheimer Schweines“. Eines Tieres, das von vielen Genuss-Menschen geschätzt, dessen Züchtung für viele Großmäster aufgrund des hohen Fettanteils (leider) vielfach nicht mehr wirtschaftlich ist. Ulrike Cohrs aus Ochtmannsbruch und Stephan Kaiser vom Kiekeberg liefern alte Gemüse- und Kartoffelsorten, Eckart Brandt aus Großenwörden alte Apfelsorten. Die Erzeuger werden ihre Produkte im großen Saal präsentieren, in der Küche zaubert Frank Müller die passenden Gerichte.

Erhalten durch Aufessen

Kreiszeitung Wesermarsch, 06. April 2003

Neuer Verein will Bentheimer Schwein rettenSüderschwei/Nordhorn. Für die "Swatbunten" brechen jetzt bessere Zeiten an. Das jedenfalls hoffen 42 Landwirte und Privatleute aus ganz Deutschland, die im Tierpark Nordhorn den Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines gegründet haben. Zum ehrenamtlichen Geschäftsführer wurde Helge Thoelen aus Süderschwei gewählt.

Das Motto für die Vereinsarbeit war schnell gefunden: "Erhalten durch Aufessen". Was auf den ersten Blick paradox erscheint, macht dennoch Sinn, wie der zum 1. Vorsitzenden gewählte Tierparkleiter Thomas Berling den Anwesenden im prall gefüllten Konferenzraum der Cafeteria erläuterte. "Nur wenn die Vermarktung unserer Schweine gelingt, werden wir sie dauerhaft erhalten können", so Thomas Berling. Ohne wirtschaftliche Grundlage fehle ein wichtiger Anreiz zur Produktion. Gerade das habe dazu geführt, dass die Bunten Bentheimer eine der am stärksten bedrohten Haustierrassen Deutschlands seien.
Diese Einschätzung teilte auch der Präsident der Landwirtschaftskammer Weser-Ems, Friedrich Scholten. In seinem Grußwort warf der aktive Schweinehalter einen Blick zurück. In seiner Jugend, so erinnerte sich Friedrich Scholten, habe auch sein Vater die schwarz-weiß-gefleckten Schweine mit den Schlappohren gehalten. Gerade in der Grafschaft Bentheim sei die Schweinehaltung seit Jahrzehnten ein wichtiger Betriebszweig. Derzeit produzierten 60 000 Sauen rund 1 Millionen Ferkel im Jahr.
Der neue Verein hat sich derweil hohe Ziele gesetzt. Dazu gehören die Erfassung aller bundesweit noch vorhandenen Tiere, das Erstellen eines Zuchtprogramms, die Betreuung der Züchter und vor allem der Aufbau eines bundesweiten Herdbuches. Da Tierzucht eigentlich Ländersache ist, die Bunten Bentheimer aber außer in Niedersachsen auch in vielen weiteren Bundesländern gehalten werden, müssen sich die einzelnen Zuchtverbände hier noch abstimmen. Das aber werde bald geschehen, versicherte Heinz Ohlmeyer, Geschäftsführer der Niedersächsischen Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine, die bislang allein für die Betreuung der Swatbunten zuständig war.
Die Mitgliederversammlung wählte folgenden Vorstand: 1. Vorsitzender Thomas Berling, 2. Vorsitzende Marlies Zwick, Schriftführer Stefan Westhuis, Kassenwart Detlef Hartmann. In seiner ersten Sitzung bestimmte der Vorstand Helge Thoelen aus Süderschwei zum ehrenamtlich tätigen Geschäftsführer. In den erweiterten Vorstand wurden Gerd Maneke aus Hessen, Cornelia Schmidt aus Brandenburg, Wilhelm Schnabel aus Nordrhein-Westfalen, Lambertus Arens aus der Grafschaft Bentheim und Ludger Seykering aus Emsland gewählt.
Das Bunte Bentheimer Schwein ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Seine Blütezeit erlebte das stressresistente Schwein Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Damals schätzte man die ausgesprochene Anspruchslosigkeit der Tiere und ihre guten Muttereigenschaften. Manche Sauen brachten es auf bis zu 17 Geburten bei durchschnittlich 2,2 Würfen pro Jahr mit 22 bis 24 Ferkeln.
Die positiven Eigenschaften haben sich bis heute erhalten. Trotzdem machte der gegenüber anderen Schweinerassen erhöhte Fettanteil durch eine dicke Rückenschwarte den Tieren beinahe den Garaus. Etwa seit den sechziger Jahren bis Mitte der achtziger Jahre hielt nur noch Gerhard Schulte-Bernd an der Zucht seiner Schweine fest.
Der Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines will die alte Landrasse jetzt wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung, als Genreserve und wegen der Anspruchslosigkeit der Tiere langfristig erhalten. Er ist über Helge Thoelen, Burenreege 5, 26936 Stadland-Süderschwei, Telefon 04737/436 zu erreichen.


Esst mehr bunte Schweine

In Nordhorn will ein neu gegründeter Verein das "Bunte Bentheimer Schwein" vor dem Aussterben retten.

TAZ, Bremen vom 12.3.2003

Die Tiere gelten als ausgesprochen stressresistent. Und lecker
taz "Erhalten durch Aufessen" ist das Motto des in Nordhorn gegründeten Vereins zur Erhaltung des "Bunten Bentheimer Schweins". 40 Schweinefreunde, darunter Landwirte und Privatleute, sind wild entschlossen, den Lauf der Zeit aufzuhalten und die alte Nutztierrasse vor dem Aussterben zu retten.

"Bunte Bentheimer" bekannt machen

Neuer Verein will Zucht der Schweinerasse fördern

Grafschafter Nachrichten, 03.03.2003

mm Nordhorn. Um die Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Bunten Bentheimer Schweine für die Zukunft zu sichern, ist am Sonnabend im Tierpark in Nordhorn ein neuer Verein gegründet worden. Das Interesse war groß. Über 50 Züchter und Interessenten, die zum Teil auch aus Bayern, Hessen, Sachsen und Brandenburg angereist waren, haben an der Vereinsgründung mitgewirkt.
Der Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines will die Zucht der zumeist in kleinen Beständen gehaltenen Tiere künftig koordinieren. Die vom Aussterben bedrohten "Bunten Bentheimer" stehen in der ersten Kategorie der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Die Spuren dieser Rasse reichen zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die "Bentheimer" wurden vor allem wegen ihrer Stressunempfindlichkeit und hohen Widerstandsfähigkeit geschätzt.
Doch in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts setzte der Niedergang der Rasse ein. Ein veränderten Verbraucherverhalten und der sich darauf einstellende Handel machten es nicht leicht, das Fleisch mit dem etwas höheren Fettanteil abzusetzen. Nachdem den Züchtern dann nur noch der Magerfleischanteil der Schweine bezahlt wurde, war die Zucht der "Bunten Bentheimer" für viele Züchter unwirtschaftlich geworden.
Doch der Isterberger Landwirt Gerhard Schulte-Bernd hielt unbeirrt an der Zucht der "Swatbunten" fest (die GN berichteten). Er wurde am Sonnabend zum Ehrenmitglied des neuen Vereins gewählt. Erster Vorsitzender des Vereins ist Tierpark-Geschäftsführer Thomas Berling, zur zweiten Vorsitzenden wurde Marlis Zwick gewählt. Das Amt des Schriftführers hat Stefan Westhuis übernommen, Kassenwart ist Detlef Hermann, Beisitzer sind Dr. Gerd Maneke, Cornelia Schmidt, Wilhelm Schnabel, Lambertus Arens und Ludger Seyberink. Zum Geschäftsführer hat der Vorstand in seiner ersten Sitzung Helge Thoelen benannt.
Freuen kann sich der neue Verein über eine Spende von 5000 Euro von der Grafschafter Sparkassenstiftung. Das Geld ist bestimmt für die Erstellung von Publikationen und den Aufbau einer Wanderausstellung.

„Erhalten durch Aufessen“

Neuer Verein will das „Bunte Bentheimer Schwein“ vor dem Aussterben retten

Osnabrücker Zeitung, von Tobias Böckermann, 02.03.2003

Nordhorn/ Für die „Swatbunten“ brechen jetzt bessere Zeiten an. Das jedenfalls hoffen 42 engagierte Landwirte und Privatleute aus ganz Deutschland, die im Tierpark Nordhorn den „Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines“ gegründet haben. 20 weitere Interessierte haben ihren Beitritt bereits angekündigt.

Das Motto für die Vereinsarbeit war schnell gefunden: „Erhalten durch Aufessen“. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, macht dennoch Sinn, wie der zum ersten Vorsitzenden gewählte Tierparkleiter Thomas Berling den Anwesenden im prall gefüllten Konferenzraum der Cafeteria erläuterte. „Nur wenn die Vermarktung unserer Schweine gelingt, werden wir sie dauerhaft erhalten können“, so Berling. Ohne wirtschaftliche Grundlage fehle ein wichtiger Anreiz zur Produktion. Gerade das habe dazu geführt, dass die Bunten Bentheimer eine der am stärksten bedrohten Haustierrassen Deutschlands seien.
Diese Einschätzung teilte auch der Präsident der Landwirtschaftskammer Weser-Ems, Friedrich Scholten. In seinem Grußwort warf der aktive Schweinehalter einen Blick zurück. In seiner Jugend, so erinnerte sich Scholten, habe auch sein Vater die schwarz-weiß gefleckten Schweine mit den Schlappohren gehalten. Gerade in der Grafschaft Bentheim sei die Schweinehaltung seit Jahrzehnten ein wichtiger Betriebszweig. Derzeit produzierten 60000 Sauen rund 1 Million Ferkel im Jahr.
Der neue Verein hat sich derweil hohe Ziele gesetzt. Dazu gehören die Erfassung aller bundesweit noch vorhandenen Tiere, das Erstellen eines Zuchtprogramms, die Betreuung der Züchter und vor allem der Aufbau eines bundesweiten Herdbuches. Da Tierzucht eigentlich Ländersache ist, die Bunten Bentheimer aber außer in Niedersachsen auch in vielen weiteren Bundesländern gehalten werden, müssen sich die einzelnen Zuchtverbände hier noch abstimmen. Das aber werde bald geschehen, versicherte Heinz Ohlmeyer, Geschäftsführer der Niedersächsischen Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine, die bislang allein für die Betreuung der Swatbunten zuständig war.
Die Mitgliederversammlung wählte folgenden Vorstand:1. Vorsitzender Thomas Berling, 2. Vorsitzende Marlies Zwick, Schriftführer Stefan Westhuis, Kassenwart Detlef Hartmann. In seiner ersten Sitzung bestimmte der Vorstand Helge Thoelen aus Stadland-Süderschwei zum ehrenamtlich tätigen Geschäftsführer. In den erweiterten Vorstand wurden Gerd Maneke (Hessen), Cornelia Schmidt (Brandenburg), Wilhelm Schnabel (Nordrhein-Westfalen), Lambertus Arens (Grafschaft Bentheim) und Ludger Seybering (Emsland) gewählt.

Morgen konstituiert sich im Tierpark ein Verein zur Erhaltung der Bunten Bentheimer Landschweine

Von Holger Wilkens-Grafschafter Nachrichten, 28. Februar 2003:

Ende der 50-er Jahre wurde das Herdbuch für die Bunten Bentheimer Landschweine geschlossen – nur der Isterberger Gerhard Schulte-Bernd züchtete die Tiere weiter. Mittlerweile hat sich der Bestand bundesweit auf rund 60 Zuchtsauen erhöht. Ein neuer Verein will die Erhaltung der immer noch stark bedrohten Schweinerasse deutschlandweit koordinieren.
Nordhorn/Isterberg. "Blende" war die erste Sau, die sich in den privaten Aufzeichnungen von Gerhard Schulte-Bernd wiederfindet. "Blende" wurde 1947 geboren, seit dem 5. Mai 1950 lebte sie als Zuchtsau im Stall des Isterberger Landwirts – und trug kräftig dazu bei, dass es die Bunten Bentheimer Landschweine oder auch Swatbunten in ihrer reinrassigen Form nicht schon längst ausgestorben sind. Denn: "Ohne meine Zucht gäbe es die Tierart heute gar nicht mehr. Und ohne die genauen Notizen in meinem privaten Herdbuch wäre nach 1960 kein neues Zuchtbuch für die ,Swatbunten’ mehr eröffnet worden", sagt der Isterberger nicht ohne stolz.
Ende der 50-er Jahre wurde die staatlich kontrollierte Zucht offiziell beendet. "Kein Bauer hatte mehr Interesse", erinnert sich Schulte-Bernd – "nur ich habe weitergemacht." Seine Leidenschaft galt der Zucht des Bentheimer Landschweins, an dem er die Robustheit, die Widerstandsfähigkeit und die Gesundheit schätzt. "Gesundes Fleisch fängt bei der Erbmasse an", lautet ein Credo des Landwirts; fortan achtete er darauf, dass die genetischen Ressourcen der Landscheine nicht verloren gingen und somit eine Vielfalt der Gene in der Schweinezucht erhalten bleibt.
Erst 1979 – rund 20 Jahre, nachdem das Herdbuch zugeklappt wurde – wagte sich Gerhard Schulte-Bernd an die Öffentlichkeit. In einem Brief an das niedersächsische Landwirtschaftsministerium warb er für die Aufzucht von reinrassigen Bunten Bentheimer Landschweinen. Acht Jahre dauerte ein kontrollierter Zuchtversuch in den Ställen in Isterberg, 1988 dann wurde für diese Rasse erneut ein Herdbuch aufgenommen. Mittlerweile fördert das Land Niedersachsen die "Bunten Bentheimer" im Rahmen ihrer Erhaltungszucht als eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse.
In rund 20 Zuchtbetrieben in der Region sowie in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern leben derzeit etwa 60 Herdbuchsauen und rund ein Dutzend Eber. Seit einiger Zeit schon beschäftigt sich ein kleiner Kreis interessierter Züchter, Halter und Freunde des Bentheimer Landschweins mit der Frage, wie man die Rasse bundesweit und langfristig fördern und erhalten kann. Eine Folge dieser Überlegungen ist die Gründung eines entsprechenden Vereins, die für den morgigen Sonnabend im Nordhorner Tierpark geplant ist. Nach Kurzbeiträgen verschiedener Experten am Vormittag beginnt um 13.30 Uhr in der Caféteria des Zoos die Gründungsversammlung.
Vorrangiges Ziel des Vereins ist es, dem Bestand der Schweinerasse zu koordinieren und auszubauen. Zu den selbst gestellten Aufgaben zählen: die Einforderung von Fördermitteln, die Entwicklung einer Datenbank, die Erforschung der Geschichte der Rasse und die Information zum Beispiel über die Vermarktung des Fleisches. "Das Interesse gerade bei den Nebenerwerbslandwirten in der Grafschaft ist sehr groß", freut sich Thomas Berling, einer der Initiatoren des Vereins.
Gerhard Schulte-Bernd wundert dieses Interesse nicht: "Die Tiere sind friedlich und sehr robust. Selbst im Winter fühlen sie sich draußen sauwohl. Landwirte können bei der Aufzucht auf hochtechnisierte Ställe, auf Wachstumsförderer und Antibiotika verzichten", sagt der Fachmann. Weil in der Regel keine Kosten für Medikamente und Tierärzte anfallen, seien die Rahmenbedingungen für kleinere Betriebe, die qualitativ hochwertiges Fleisch produzieren wollen, sehr reizvoll. Und dass das Fleisch der "Bunten Bentheimer" exzellent ist, daran lässt der Isterberger keinen Zweifel: "Der Fettanteil liegt etwas über dem Durchschnitt. Das ist dem Geschmack aber nur zuträglich. Und wer kein Fett mag, kann es ja auch ganz einfach wegschneiden."

"Swatbunte" auf den Spuren der erfolgreichen Landschafe?

Grafschafter Nachrichten v. 21.01.2003, von Holger Wilkens

Ökologische Aspekte in Landwirtschaft stoßen auf Interesse.

Nordhorn - Neben dem Bentheimer Landschaf soll auch das Bunte Bentheimer Schwein zu einem Werbeträger für die ökologische Landwirtschaft – und auch die Grafschaft Bentheim selbst – werden. Dass das Interesse an Öko-Bauernhöfen groß ist, bewies eine Führung gestern auf den einzigen Naturland-Hof in der Grafschaft.
how Nordhorn. Die Zahlen sprechen für sich: Die Zahl der in Herdbüchern registrierten Bentheimer Landschafe in Deutschland ist seit 1995 von weniger als 700 auf jetzt rund 2900 gestiegen. "Die alte regionale Rasse hat sich äußerst positiv entwickelt", freut sich Thomas Berling vom Nordhorner Tierpark. Auch der Zoo züchtet diese Landschafe. Die Zahl der eingetragenen Züchter ist bundesweit innerhalb von sieben Jahren um das Doppelte angestiegen (Stand Ende 2002: 80 Zuchten). "Das Interesse an den robusten Tieren ist groß. Es müssen immer mehr Naturschutzflächen gepflegt werden, und dafür eignen sich die Tiere sehr gut. Für Berufsschäfer ist die Rasse interessant, weil es größer ist als etwa Schnucken und mehr Fleisch abwirft."
Lange Zeit galt der Bestand der Bentheimer Landschafe als extrem gefährdet, durch das Engagement auch der Grafschafter Züchter wird es mittlerweile in der roten Liste für bedrohte Nutztierrassen nur noch als "stark gefährdet" eingestuft. "Es kann allerdings noch lange keine Entwarnung gegeben werden", betont Berling. Das gilt insbesondere auch für eine zweite alte Haustierrasse, die den Namen des Landkreises im Namen trägt und sich daher als ein Imagefaktor für den Kreis bewähren könnte: das Bunte Bentheimer Schwein oder das "Swatbunte", wie es auch genannt wurde. Derzeit ist das Tier, das ebenfalls im Tierpark gezüchtet wird und sich vor allem bei den jüngsten Besuchern großer Beliebtheit erfreut, am "Rande des Aussterbens", wie Berling betont. Im März soll in Nordhorn ein Verein zur Erhaltung dieser Schweinerasse, von denen es noch 60 Sauen und elf Eber in Deutschland gibt, gegründet werden. Das ehrgeizige Ziel: Die Zucht bundesweit zu fördern und zu koordinieren. "Das Interesse ist bei Landwirten und auch bei Züchtern sehr groß", weiß der Tierpark-Geschäftsführer Thomas Berling. Rund 170 Interessenten haben sich nach den ersten veröffentlichten Überlegungen einer Vereinsgründung gemeldet.
Das Interesse an ökologischer Landwirtschaft ist vorhanden – das spürt auch die Familie Hüseman, die in Hesepe den einzigen Öko-Bauernhof im Kreis betreibt. Dennoch: Die Unsicherheit nach der Euro-Umstellung und eine allgemeine Tendenz zum Sparen hat nach Angaben von Elke Hüseman auch der Naturland-Hof feststellen müssen. Ihre vor rund zehn Jahren getroffene Entscheidung, die konventionelle Landwirtschaft auf eine ökologische umzustellen, haben sie aber nicht bereut – für die nächsten Jahre sind gar weitere Investitionen vorgesehen. Landwirt Everhard Hüseman würde es begrüßen, wenn andere Bauern in der Grafschaft nachziehen. "Ich sehe darin keine Konkurrenz. Im Gegenteil: Es gäbe für uns bessere Möglichkeiten, mit anderen Öko-Bauern zum Beispiel bei der Vermarktung der Produkte zu kooperieren."
Im Rahmen der "Bio-Woche" der Volkshochschule hat gestern Nachmittag eine mehrköpfige Gruppe den Hof besichtigt. Heute gibt es im Kreishaus von 9 bis 16 Uhr Einblicke in die ökologische Getreideverarbeitung.

[Home] [Pressearchiv] [Archiv 2000] [Archiv 2003] [Archiv 2004] [Archiv 2005] [Archiv 2006] [Archiv 2007] [Archiv 2008] [Archiv 2009] [Archiv 2010] [Archiv 2011]