Logo Verein bunte Bentheimer Schweine ® Naturlandhof Buening Buntes Bentheimer Schwein Harald Ferkelstall

Online Spenden

Schweinklein

Helfen
  Sie mit
weiterlesen

Schwein

Spendenkonto:
Kreissparkasse Nordhorn
BLZ: 267 500 01
Konto: 14 073 852

 

Kurzreisen

Pressearchiv 2004

Schwein ist nicht gleich Schwein

Samstag, 06. November 2004, Münsterland Zeitung (Heek)

Heek - Eine ganz besondere Schweinerasse ist das "Bunte Bentheimer": Rote, weiße, schwarze und bunte Schweinerassen gibt es zwar schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts, als verschiedene deutsche und englische Rassen miteinander kreuzt wurden. Doch heute finden sich kaum noch bunte Tiere; vorherrschend ist die Farbe Weiß.

Die schwarz-rosa gefleckten "Bunten Bentheimer" gehören jetzt der am stärksten bedrohten Haustierrasse Deutschlands an. Der "Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines" hat sich zum Ziel gesetzt, diese Rasse unter Berücksichtigung der Haltungsform bundesweit zu schützen und zu betreuen.

Die Fleischerei Laschke in Heek hat für die schwarzbunten Tiere des Hofes Büning in Laer die Aufgabe des Schlachtens übernommen. Kürzlich wurde unter Anwesenheit der Züchter und des Schinkenherstellers Arnd Müller aus Apen die erste Brandmarkung des Fleisches vorgenommen. Ein spezielles Brenneisen mit einem Symbol, welches nur den "Bunten Bentheimern" verliehen werden darf, soll die Schinken erkenntlich halten. "Das Besondere an den Bunten Bentheimern ist die Qualität des Fleisches", so Arnd Müller. Im Gegensatz zu den "normalen" Mastschweinen, welche eine Lebensdauer von nur drei bis vier Monaten zu erwarten hätten, werde das "Bunte Bentheimer" über ein Jahr gehalten. Dies erbringe eine deutlich bessere Qualität und verleihe dem späteren Schinken einen besseren Geschmack. Nachdem die Tiere bei der Fleischerei verwertet worden sind, verkaufen Züchter Maria und Martin Büning das Qualitätsfleisch auf dem Münsteraner Markt.

"Für einen Betrieb wie den unseren würde sich der Verkauf kaum lohnen", weiß Christoph Laschke. "Die Verarbeitung des Fleisches nehmen wir jedoch bei uns vor. Die ersten Schinken wandern ins Schinkenmuseum von Arnd Müller." Durch den Erhalt und Vertrieb der "Bunten Bentheimer" sollen Fleischqualität und genetische Variabilität gesichert werden.joh

Mit Geschmack und Genuss überzeugen

Nord West-Zeitung - Westerstede/Apen - 16.10.04

Kooperation - Schinkenräucherei Apen arbeitet mit Erzeugergemeinschaft zusammen - "Probelauf"

Schinkenspezialist Arnd Müller räuchert ertsmals 20 Keulen des Bunten Bentheimer Schweins. Ein Verein zur Erhaltung dieser bedrohten Nutztierrasse ist Vermarktungspartner.

Von Sabine Kübler-Rüther

APEN - Den Kunden überzeugen durch Geschmack und Genuss, sich mit einem qualitativ hochwertigen Schinken Nischen in der regionalen Vermarktung erschließen, zugleich etwas für eine bedrohte Nutztierrasse tun: Schinkenhersteller Arnd Müller aus Apen und Helge Thoelen, Geschäftsführer des Vereins zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines, sehen in der Kooperation zwischen Räucherei und einer Erzeugergemeinschaft viele Vorteile. Erstmals hängen in Apen jetzt auch 20 Keulen der Bentheimer im Rauch.
" Alles, was einen guten Schinken auszeichnet, ist schon im Schwein verborgen, und die Bentheimer mit ihrer hohen Fleischqualität überzeugen", sind sich Müller und Thoelen sicher, dass ihrer Zusammenarbeit Zukunft hat. Vor Jahrzehnten allerdings war es um die Bunten Bentheimer nicht so gut bestellt. Die Spezialisierung der Züchter und das veränderte Verhalten der Verbraucher, die möglichst mageres Schweinefleisch bevorzugten, hatte seit den 60er Jahren zu einem bedrohlichen Rückgang dieser eigenständigen Rasse geführt, die sich dennoch außerhalb der regulären Tierzucht hielt. Schließlich gründetet sich der Verein, dessen Engagement es zu danken ist, dass es mittlerweile wieder 48 Herdbuchzüchter in sechs Bundesländern gibt. "Wir haben jetzt 125 Bentheimer Sauen und 25 Eber, das ist ein riesiger Erfolg", betont Vereins-Geschäftsführer Helge Thoelen. Dennoch könnten die Bentheimer nicht so einfach auf herkömmlichem Wege vermarktet werden. "Man braucht Erzeuger, die aufgrund eines fair verhandelten Preises ihren Gewinn machen und daher mitziehen, Schlachter, die ihr Handwerk beherrschen, und Produzenten, die sich von der Fleischqualität überzeugen lassen". In der regionalen Vermarktung sehen Züchter Helge Thoelen und Produzent Arnd Müller eine Perspektive: "Der Verbraucher wird sich letztlich von seinem Gaumen leiten lassen:"

Acht süße Schweinchen namens Bentheimer

Hünfelder Zeitung, 09. Oktober 2004

Wolfgang Düring aus Leimbach züchtet die vom Aussterben bedrohte Schweinerasse "Bunte Bentheimer" / Langsames Wachsen statt Mast

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Gies

Eiterfeld-Leimbach
Das Schweine sich mit Vergnügen auf Heu stürzen und ihm gierig-schmatzend den Garaus machen, ist eher selten. Und auch sonst sind die schwarz gefleckten Tiere von Bauer Wolfgang Düring aus Leimbach etwas besonderes.

Die alte niedersächsische Landrasse mit dem Namen "Bunte Bentheimer", die in den 30-er Jahren vereinzelt auch im Hünfelder Land anzutreffen war, ist vom Aussterben bedroht. Und so wird der Stall von Bauer Düring quasi zu einer Art Arche Noah.
Acht Jahre stand diese "Arche" leer, bevor Düring den ehemaligen Schweinestall auf dem Hof seiner Schwiegereltern wieder mit quiekenden und schmatzenden Ferkeln und einer Sau belebte. Der 44-Jährige, der als Schichtarbeiter im Kalibergbau in Philippsthal tätig ist, setzt seit 2003 auf "Öko". Als Umstellungsbetrieb muss er sich zwei Jahre bewähren, bevor er das begehrte Siegel beantragen darf. "Dabei haben wir unser Grünland schon seit 1988 nicht mehr mit Dünger gestreut, nur noch reiner Kalidünger ist drauf gekommen", sagt Düring, der sich gedacht hat, als "Ökobetrieb müssen wir etwas besonderes machen".
Und so kam er auf die "Bunten Bentheimer", sehr robuste Tiere, die auch gut im Freien gehalten werden können. Zwei Freunde, Werner Klapper aus Eiterfeld und Stefan Bock aus Buchenau, rieten ihm zum Kauf dieser Rasse - was sich für die beiden jetzt auszahlt. Jeder durfte sich ein Ferkel aussuchen, das Düring ein Jahr umsonst füttert. "Schrot haben wir soundso genug", sagt der Nebenerwerbslandwirt, da machen zwei fremde Fresser nicht viel aus. Die Schweine stürzen sich nicht nur auf das kleereiche Heu, sondern auch auf die Gerste, den Hafer, den Weizen und die Erbsen, die Düring selbst anbaut.
14 Ferkel hat die Sau vor zehn Tagen geworfen, die Düring von einem Züchter aus Kahl im Nordbayerischen geholt hat. Zwei der süßen Ferkelchen waren gleich tot, mittlerweile sind vier weitere unter die Sau geraten und wurden dabei zerdrückt. Bleiben noch acht. " Das ist der Preis, den man akzeptieren müsse, wenn man den Tieren eine artgerechte Haltung ermöglichen will", sagt Düring. Er könnte die Sau auch in einen Käfig sperren, damit sie keine Ferkel totdrücken kann, "doch dann könnte sie sich gar nicht mehr bewegen".
Die Schweine genießen den großzügigen Freilauf, den sie in dem weitläufigen Stall vorfinden und rennen Schwanz wedelnd auf ihr Herrchen zu, wenn er sie ruft.
"Die sind überhaupt nicht schreckhaft", freut sich Düring, denn von normalen Mastschweinen könne man das nicht behaupten. Dass seine Lieblinge irgendwann auch einmal den Weg zur Schlachtbank antreten müssen, schiebt Düring ( noch ) weit weg. "Frühestens in einem Jahr", sagt der Bauer, der - ganz untypisch für seine Zunft - die Tiere am liebsten gar nicht schlachten lassen würde, " weil sie dazu eigentlich viel zu schade sind". Düring geht es nach eigenen Angaben darum, dass "die Tiere eine Chance Haben". Wenn der Metzger dann aber doch sein Messer wetzt, sind die Quieker gut 11/2 Jahre alt; Mastschweine sind hingegen schon nach vier Monaten schlachtreif. Dieses langsame Füttern mache sich bezahlt: Das Fleisch der Tiere sei " fester, mehr marmoriert, ohne dass es jetzt fett wäre", erklärt Düring.
Die Schweinerasse "Bunte Bentheimer" entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als Kreuzungsprodukt im Nordwesten Deutschlands, im niedersächsischen Landkreis Bentheim. Heute ist die Rasse so selten geworden, dass sie sich auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen in Deutschland befindet. Bauer Düring will helfen, diese unrühmliche Platzierung zu tilgen.

Ein Schwein namens Künast

Mittwoch, 15. September 2004 | Quelle: Münstersche Zeitung (Steinfurt)

BURGSTEINFURT - "Künast" traut sich nicht. Zu viele Menschen. Mit sanfter Gewalt muss das Schwein aus dem Verschlag getrieben werden, damit seine "Patentante", Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherministerin Renate Künast, es in Augenschein nehmen kann.

Die Ministerin übernahm gestern die Patenschaft für das fünf Monate alte Bunte Bentheimer Schwein, eine vom Aussterben bedrohte Rasse. Dafür kam sie eigens auf den Hof von Norwich Rüße in Hollich, wo drei Tiere den Beginn einer Zucht markieren sollen. "Das ist nicht mein erstes Schwein", sagte Renate Künast. Mit "Bertha", einem rheinland-pfälzischem Landschwein verband sie eine innige Zuneigung, doch "Bertha" trat kürzlich nach 14-maligem Ferkeln von der Bühne des Lebens ab. "Nach einer kurzen, aber intensiven Trauerphase", so Künast, sei sie nun wieder bereit für eine neue Patenschaft.

Mit "Künast", dem Bunten Bentheimer, rückt die Bundesministerin eine Schweinerasse in den Blickpunkt, die lange als ausgestorben galt. Vor eineinhalb Jahren, als sich der Verein zur Erhaltung der Bunten Bentheimer gründete, habe es bundesweit noch 58 Sauen und 15 Eber gegeben, "heute sind es 125 Sauen und 55 Eber." Das sagte Helge Thoelen vom Verein Bunte Bentheimer. Er und seine Mitzüchter versuchen den Erhalt der Rasse perspektivisch zu sichern. Landwirte wie Norwich Rüße, wie Künast ein Grüner, wollen dabei helfen.

"Bewusst erhalten durch Aufessen" " das ist das nur vordergründig seltsame Motto der Züchter. Steigt die Nachfrage nach dem schmackhaften Fleisch der Bentheimer, so werden auch wieder mehr Tiere gezüchtet, die Art kann sich regenerieren. "Wir müssen den Markt überzeugen mit Genuss und Spaß am Geschmack", sagte Thoelen.

Renate Künast nickte beifällig. Schon zu Beginn ihrer Visite sagte sie an Norwich Rüßes achtjährige Tochter Henrieke gewandt, dass sie mit acht Jahren nicht daran gedacht hätte, Landwirtschaftsministerin zu werden. Sie habe in vielen Angelegenheiten falsch gelegen. So verhalte es sich auch mit anderen Dingen, auch in der Landwirtschaft. Dort habe sich die Einsicht, den Verbraucher ins Zentrum aller Bemühungen zu stellen, auch erst nach und nach durchgesetzt.

Eine alte Rasse durch Aufessen zu erhalten, sagte Renate Künast, sei der beste Artenschutz. Zumal das Bentheimer kein Hochleistungsschwein sei, sondern eines mit relativ hohem Fettanteil. "Und Fett ist nun mal ein Geschmacksträger." Regionale Vermarktung sei mit dem leckeren Fleisch auch bestens machbar, etwa als kulinarisch-touristisches Angebot. Die Ministerin schloss mit dem Wunsch, das Bunte Bentheimer möge bald in aller Munde sein. Dabei drehte sie sich zu ihrem "Patenkind" um: ""Künast", bitte weghören!"Michael Hagel

Bunte Bentheimer gefallen auch Künast

Verein zur Erhaltung der "Swatbunten" nahm mit Blekker Hof Uelsen 100. Mitglied auf

Grafschafter Nachrichten vom 24.09.04, von Peter Zeiser

Die "Swartbunten" finden immer mehr Freunde. Auch Landwirtschaftsministerin Renate Künast gefällt die alte Schweinerasse, die aber nach wie vor vom Aussterben bedroht ist.

Nordhorn/Uelsen - Im Vechtehof des Nordhorner Tierparks haben bedrohte Haustierrassen ein Zuhause, darunter das Bunte Bentheimer Schwein. Dort trafen sich gestern Vorstandsmitglieder jenes Vereins, der sich die Erhaltung dieser stark bedrohten Haustierrasse auf die Fahnen geschrieben hat. Erfreulicher Anlass dafür war die offizielle Aufnahme des 100. Mitgliedes. Dabei handelt es sich um den Blekker Hof aus Uelsen.

Der Blekker Hof ist eine alte Hofstelle, die bereits seit längerem für einen neuen Zweck umgebaut wird. Dort sollen ab September 2005 Menschen mit Behinderung wohnen und arbeiten. Vorgesehen ist, den Hof für Touristen zu öffnen, dort ein Café einzurichten und mit dem Bentheimer Landschaf und dem Bunten Bentheimer Schwein zwei alte Nutztierrassen zu züchten. Der Tierpark wird dem Blekker Hof kostenlos Jungschweine zur Verfügung stellen. Quasi symbolisch wurden den Vertretern der in Uelsen geplanten Einrichtung, Hans Jäckering und Johann Schepers, gestern zwei schwarzbunte Ferkel überreicht.

Vorstandsmitglieder des Vereins zur Erhaltung dieser Haustierrasse zogen gestern eine positive Zwischenbilanz. Seit der Vereinsgründung am 1. März 2003 ist die Zahl der Mitglieder von 40 auf inzwischen 106 gestiegen. Erwartet wird ein weiterer, deutlicher Anstieg. Die Zahl der Zuchtbetriebe nahm von 19 in drei Bundesländern auf jetzt 48 in sechs Bundesländern zu - Tendenz steigend. Sie halten 130 Zuchtsauen und 25 Eber.

Nach Mitteilung von Geschäftsführer Helge Thoelen aus Stadland hat der Verein ein bundesweites Zuchtbuch eingeführt. Die Mitglieder hätten die Rechte, aber auch die Pflichten eines Herdbuchzüchters, meinte er. Zudem habe der Verein ein wissenschaftliches Computerprogramm installiert, das den Züchtern beim Kauf von Sauen und Ebern helfe, indem es etwa über Inzuchtwerte der Tiere informiere. Das sei bei Rassen mit kleinen Beständen sehr wichtig. Bearbeitet werde das Programm von der Tierärztin Cora Kolk aus Düsseldorf, eine gebürtige Nordhornerin.

Bei der Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines sei man noch nicht über den Berg, sagte Thoelen. Aber es ist nach seinen Worten Land in Sicht. Entscheidend ist für den Vereinsvorsitzenden Thomas Berling die Vermarktung der Schweine. Froh ist der Tierpark-Geschäftsführer deshalb über die Gründung einer Erzeugergemeinschaft durch fünf Biobetriebe im nördlichen Münsterland. Einen dieser Betriebe hat die Bundeslandwirtschaftsministerin vorige Woche besucht. Sie freute sich darüber, dass die "stressresistente und sehr wohlschmeckende" Schweinerasse dort eine Nische gefunden hat. Eine Zuchtsau trägt jetzt sogar den Namen "Künast".

Wie Berling weiter wissen ließ, wolle der Schüttorfer Schinkenhersteller Klümper eine "Testserie" mit Fleisch vom Bunten Bentheimer starten, außerdem plane der Landkreis ein Vermarktungsprojekt. Von überregionalen Vermaktungsaktivitäten des Vereins berichtete dessen Geschäftsführer. So wolle eine Traditionsräucherei in Apen im Ammerland nur noch Schinken vom Benthiemer Schwein herstellen. Ein Restaurant in York im Alten Land, das Menüs von bedrohten Tier- und Pflanzenarten anbiete, wolle das Fleisch ebenfalls verwenden. Auch eine Kindertagesstätte in Berlin erhalte es inzwischen.

Hier haben seltene Tiere eine Heimat

Auf dem Hof der Familie Böhmcke leben Schweine, Schafe, Hühner und Puten, die schon fast ausgestorben sind.

Von Karsten Wisser, Hamburger Abendblatt v. 12.06.2004

Oldendorf - Ein großer, schwarz-weiß gefleckter Eber wälzt sich durch den Matsch, geradewegs auf eine Gruppe von Sauen zu, die nach einem Sandbad in der Sonne faulenzen. Als Eber Trullo die Gruppe der sonnenbadenden Schweinedamen erreicht hat, ist es mit der Ruhe vorbei. Trullo will seinem Job nachkommen und Nachwuchs produzieren. Davon sind die Damen nicht angetan und gehen Trullo aus dem Weg. Der Eber macht sich an die Verfolgung. Trullo und die anderen Schweine auf dem Buchenhof der Familie Böhmcke in Oldendorf (Kreis Stade) sind Bunte Bentheimer Schweine. Diese Rasse war fast ausgestorben. Ihr Fleisch hat einen höheren Fettanteil und war deshalb nicht mehr gefragt. In den 70er- und 80er-Jahren gab es nur noch einen Landwirt in der Grafschaft Bentheim, der die Schweinerasse am Leben erhielt.

"Das Schlammbaden schützt gegen Sonnenbrand", sagt Heino Böhmcke (41) mit einem Blick auf die große Auslauffläche der Bentheimer. Er und seine Frau Marion (37) betreiben in Oldendorf-Siedlung einen Hof, auf dem bedrohte Haustierrassen erhalten werden. Die Bentheimer Schweine sind das Kernstück. Es gibt aber auch Bentheimer Landschafe, Ramelsloher Hühner, die ursprünglich aus der Seevetaler Ortschaft Ramelsloh kommen, und Bronzeputer, die ebenfalls zu den bedrohten Nutztierrassen gehören. Die Bronzeputen sind imposante Tiere. Sie besitzen einen langgestreckten, kräftigen Rumpf. Der nackte, blaue Kopf ist dicht besetzt mit roten Fleischwarzen. Der Grundton ist schwarz mit starkem Bronzeglanz, der ihnen den Namen gab und in allen Regenbogenfarben schillert. Ende der 90er-Jahre gab es in Deutschland noch 400 Tiere.

Der Bestand der Bunten Bentheimer Schweine erholt sich langsam. In der Süderelberegion hat das Freilichtmuseum Kiekeberg in Ehestorf im Rahmen eines Projektes Lüneburger Landgarten daran großen Anteil. Von dort hat auch Heino Böhmcke seine ersten Tiere. "Das war ein Zufall", erzählt der Hobbylandwirt, wie er zu seinen ersten Schweinen kam. Bei einem Besuch auf dem Kiekeberg stand er vor dem Gatter der Tiere und scherzte, "die bekommt bestimmt nicht jeder". Das hörte ein Mitarbeiter des Kiekebergs, und kurz darauf war er stolzer Besitzer. Die Liebe zu den Tieren ist aber kein Zufall. Marion und Heino Böhmcke stammen aus Familien, bei denen das Leben mit Tieren normal war. "Für mich ist das die optimale Entspannung, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme", sagte Heino Böhmcke, der in Stade bei Airbus arbeitet. Die typischen Kennzeichen der Bunten Bentheimer sind schwarze Flecken auf weißem Grund, kräftige mittelgroße Schlappohren und ein langer Rücken.

Familie Böhmcke begann 1987 mit Zwerghühnern. Mittlerweile lebt die Familie mit den beiden Kindern und einer Menge Tiere auf dem Hof. "Die Tiere leben bei uns in Freilandhaltung, mit ausreichend Auslauf und artgerechten Stallungen", sagt Marion Böhmcke, die sich tagsüber um die zahlreichen Tiere kümmert. Das Futter wie Kartoffeln, Rüben, Kohl, Heu und Gras wird selbst angebaut, das Getreide wird auf einem benachbarten Hof dazugekauft. Der Ort Oldendorf-Siedlung wurde im Jahr 1932 gegründet.

Der Erhalt von Nutztierrassen funktioniert aber nur, wenn es für die Tiere auch einen Markt gibt. "Wir verkaufen unsere Tiere am liebsten als Zuchttiere, aber natürlich bringen wir sie auch zum Schlachter", sagt Heino Böhmcke. Das Fleisch der Tiere wird im Direktmarketing verkauft. Außerdem verarbeitet der Jorker Schützenhof das Fleisch der Bunten Bentheimer in seinen Gerichten.

"Isterberger Balkenbrei" in De Lutte eine Spezialität

Essen: Regionale Gerichte vom Bunten Bentheimer Schwein

Grafschafter Nachrichten, 24.04.2004

Nordhorn/De Lutte/fs – Gastronomische Betriebe auf niederländischer Seite der Grenze wollen helfen, das vom Aussterben bedrohte Bunte Bentheimer Schwein zu retten. "Zum Schlachter um zu überlegen" lautete dieser Tage eine passende Schlagzeile, mit der die in Enschede erscheinende Tageszeitung "De Twentsche Courant Tubantia" eine bisher wohl einmalige grenzüberschreitende Aktion ankündigte.
Als erstes Restaurant in der niederländischen Grenzregion Twente hat das Hotel "Het Grote Zwaantje" in De Lutte seit kurzem typisch regionale Gerichte auf der Speisekarte, für die das "Bunte Bentheimer" die Zutaten liefert: "Bentheimer Boswachterprocureur", "Isterberger Balkenbrij" und "Bonte Bentheimer Lendemedaillons".
Fleisch vom Bunten Bentheimer Schwein wird inzwischen von der Schlachterei Otto Lesscher in De Lutte zu verschiedenen regionalen Produkten verarbeitet. Lesscher erwartet großes Interesse seitens der gastronomischen Betriebe im touristischen Bereich. In der ersten Mai-Hälfte sollen die beteiligen Twenter Hotels und Restaurants mit ihren speziellen Gerichten vom Bunten Bentheimer Schwein offiziell präsentiert werden.
Die Rasse der Bunten Bentheimer Schweine wird im Westen Niedersachsens bereits seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts gehalten, ist aber seit den 60er Jahren durch die stets intensivere Viehhaltung in Gefahr geraten. Um der Rasse eine Überlebenschance zu geben, muss das "Bunte Bentheimer" geschlachtet und sein Fleisch verzehrt werden.
Thomas Berling, Geschäftsführer des Nordhorner Tierparks und Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweins, ist froh, das sich jetzt auf niederländischer Seite der Grenze ein neuer Absatzmarkt auftut. Er macht sich dafür stark, eine Reservepopulation aufzubauen und die Rasse damit weniger anfällig für Seuchen zu machen. Berling hofft deshalb auch auf eine Ausbreitung des Schweins über die Grenze hinweg. Dazu sei ein Bestand von mindestens 500 Zuchtsauen erforderlich. Und der sei nur möglich, wenn das Schwein für die Fleischproduktion eingesetzt werde, um es dadurch für Züchter und Mäster rentabel zu machen, so der Tierpark-Geschäftsführer. Berling: "Das Fleisch ist teurer, weil die Tiere langsamer wachsen und nur auf der Weide unter freiem Himmel gut gedeihen. Die Verarbeitung zu Regionalgerichten bietet Möglichkeiten. Wir arbeiten auch an einem Markenzeichen für Züchter, Mäster, Metzger und Restaurants, das dem Konsumenten die Reinheit des Produktes und ein Regionalgericht von besonderer Qualität garantieren soll."
Wim ter Horst, Koch des De Lutter Hotels "Het Grote Zwaantje", ist überzeugt, das die Regionalgerichte rund um das Bunte Bentheimer Schwein hervorragend ankommen werden. In seiner Küche werden bereits sowohl kalte als auch warme Gerichte zubereitet: zum Beispiel ein schmackhaftes Carpaccio aus Nackenfleisch unter dem Namen "Bonte Bentheimer Procureur", ein "Buntes Bentheimer Waldfilet" oder Lendemedaillons mit gerösteten Waldpilzen.
Demnächst werden nach Auskunft von Thomas Berling auch auf deutscher Seite der Grenze Hotels und Restaurants spezielle Gerichte anbieten – zubereitet mit Fleisch vom Bunten Bentheimer Schwein.

"Natürliche Wappentiere" als gute Werbeträger für die Grafschaft
Reisemesse Kreis stellt touristisches Angebot in Berlin vor

Grafschafter Nachrichten, 16.03.2004

Berlin/Nordhorn/GN – Die Grafschaft Bentheim ist derzeit mit einem Info-Stand auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin präsent. Passend zum niedersächsischen Schwerpunkt "Wasserland Niedersachsen" stellt sich die Grafschaft auf der weltgrößten Reisemesse als "das Holland Niedersachsens" mit Kanufahrten auf Dinkel und Vechte dar. Oberkreisdirektor Josef Brüggemann betonte in Berlin die Bestrebungen des Landkreises, den Wassertourismus zu fördern.
Nach Ansicht des obersten Verwaltungsbeamten könnten zudem die vielfältigen Aktivitäten rund um die heimischen Haustierrassen, also das Bunte Bentheimer Schwein und das Bentheimer Landschaf, in die touristische Vermarktung eingebunden werden. "Wir wollen die regionalen Produkte und den Urlaub auf dem Lande zukünftig stärker für den Tourismus nutzen", sagte Brüggemann. Die Kooperation mit den Landfrauen als Bestandteil der Vernetzung von gastronomischen und touristischen Angeboten passe dazu ebenso wie der Vechtehof im Tierpark Nordhorn, auf dem die "natürlichen Wappentiere der Grafschaft" gehalten werden.
Auf der Reisemesse in Berlin präsentieren die Grafschaft, das Emsland, das Osnabrücker Land und das Oldenburger Münsterland ihre touristischen Attraktione auf einem gemeinsamen Messestand. Am Freitag gab es hohen Besuch: Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wuff schaute vorbei und zeigte sich gut informiert über die touristischen Angebote der Grafschaft. Von Josef Brüggemann erhielt er einen Präsentkorb voller Produkte vom Bunten Bentheimer Schwein.

Es gibt wieder mehr Bunte Bentheimer Schweine:
Das ist die wichtigste Erkenntnis ein Jahr nach der Gründung des Vereins zur Erhaltung dieser extrem vom Aussterben bedrohten Haustierrasse.

Grafschafter Nachrichten, 08.03.2004

Geeste – Groß Hesepe - Thomas Berling, Leiter des Tierparks Nordhorn und Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines, zeigte sich zur ersten Jahresmitgliederversammlung im Emsland-Moormuseum in Groß Hesepe mit der Entwicklung zufrieden. Allerdings gebe es noch immer einiges zu tun, bis das schwarzbunte Schwein aus der Grafschaft Bentheim und dem Emsland wirklich über den Berg sei.
Geschäftsführer Helge Thoelen konnte „erfreuliche Zahlen“ vorweisen. So stieg die Zahl der Vereinsmitglieder in nur einem Jahr von 42 auf bundesweit 91, die Zahl der Züchter von 18 auf 38 und die Zahl der eingetragenen Zuchtsauen von 30 auf 110. Geholfen habe dabei neben dem Engagement der Mitglieder vor allem die Tiervermittlung der Geschäftsstelle und das große Interesse der Medien. Auch die Politik, im Moormuseum durch den Uelsener SPD-Landtagsabgeordneten Dieter Steinecke vertreten, unterstütze das Vorhaben.
Ein besonderer Dank des Vereins ging an Anne Margraf von der Niedersächsischen Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine (NEZ). Die NEZ hat die Herdbuchzucht der Bunten Bentheimer bundesweit übernommen. „Ein Novum“, so Thoelen, „bisher ging das nicht länderübergreifend“. Von Entwarnung könne gleichwohl keine Rede sein. Dafür sei die Zahl der Tiere noch viel zu gering.
„Erhalten durch Aufessen“ – auch dieses Motto des Vereins wurde im vergangenen Jahr zumeist mit Genuss umgesetzt. Stefan Westhuis, im Verein Schriftführer, startete mit Unterstützung von Klaus Schernewsky von der Marketinggesellschaft für Niedersächsische Agrarprodukte Projekte zur Vermarktung der Schweine. Schon jetzt kann man Wurst und Schinken kaufen, die Belieferung von Re-staurants soll folgen.
Anhaltspunkte dafür, dass der Erhalt der Bunten Bentheimer nicht nur aus kulturhistorischen, sondern auch aus züchterischen Gründen sinnvoll sein könnte, lieferte Josef Schulte-Wülwer vom Landwirtschaftsamt Emsland. Er informierte die gut 40 anwesenden Vereinsmitglieder über die Betreuung der Tierbestände durch den Schweinegesundheitsdienst und berichtete von zunehmenden Gesundheitsproblemen im Schweinestall. Möglich sei, dass durch die Zucht auf vom Verbrau-cher gewolltes möglichst mageres Fleisch den Schweinen auch ihre Widerstandskraft gegen Krankheiten genommen worden sei, so Schulte-Wülwer.
Die Mitgliederversammlung beschloss noch einige Änderungen im Vorstand. Als neuer Kassenwart ist jetzt Martin Büning aus Laer bei Münster tätig, Regionalbeauftragter für Bayern ist Jürgen Schutz.

[Home] [Pressearchiv] [Archiv 2000] [Archiv 2003] [Archiv 2004] [Archiv 2005] [Archiv 2006] [Archiv 2007] [Archiv 2008] [Archiv 2009] [Archiv 2010] [Archiv 2011]