Logo Verein bunte Bentheimer Schweine ® Naturlandhof Buening Buntes Bentheimer Schwein Harald Ferkelstall

Online Spenden

Schweinklein

Helfen
  Sie mit
weiterlesen

Schwein

Spendenkonto:
Kreissparkasse Nordhorn
BLZ: 267 500 01
Konto: 14 073 852

 

Kurzreisen

Pressearchiv 2006

Genügsames Wesen

Zum Erhalt des Bunten Bentheimer Schweines hat sich eigens ein Verein gegründet - und zwar mit einem irritierend freimütigen Motto: "Erhalten durch Aufessen". Die Schweine sollen nicht als Museumstiere, sondern in der Landwirtschaft weiterbestehen. Aber auch im Tierpark Nordhorn werden "de Swatbunten" gehalten. In der Cafeteria des Zoos kommen Bratwürstchen aus ihrem Fleisch auf die Teller. "Mit dem Verzehr untertsützt der Besucher den Erhalt der Bunten Bentheimer", sagt Thomas Berling. Leiter des Tierparks und lange Vorsitzender des Vereins zur Unterstützung dieser Tierrasse.

In Deutschland züchten mittlerweile 83 Betriebe nach ausgeklügeltem Plan die Landschweine mit den Schlappohren - auch Bünings machen mit. Die Rasse entstand um 1900 aus einer Kreuzung zwischen schwarzen englischen Berkshireschweinen und weißen Landschweinen. Weitergezüchtet wurden die gefleckten Tiere. Bald stand das bunte Borstenvieh in Ställen im Emsland, der Grafschaft Bentheim und dem Münsterland.

Dass die Tiere wieder geschätzt werden, liegt laut Maria Büning auch an ihrer genügsamen Art: "Es sind einfach liebe Schweine", sagt sie voller Überzeugung.

Erste Erfolge für die "Bentheimer"

Wormser Zeitung, 20.11.2006, Yasmin Hameed

Zwei Schweinedamen und ein Eber haben im vergangenen Jahr auf dem Bauernhof im Tiergarten ihr neues Domizil bezogen. Markenzeichen der neu "Zugezogenen", gebürtigen Niedersachsen: Große Schlappohren und originelle schwarze Flecken auf der sonst hellen Haut, sonst aber keineswegs exzentrisch, sondern genügsam und robust. Was man den gefleckten Zeitgenossen jedoch nicht ansieht: Sie gehören zur Rasse der "Bunten Bentheimer Schweine" und sind vom Aussterben bedroht.

Der Wormser Tiergarten will deshalb mit der Zucht der Tiere einen Beitrag zum Schutz der gefährdeten Bentheimer leisten - mit ein Grund, warum auch das erste süddeutsche Treffen des 2003 gegründeten Vereins zur Erhaltung des "Bunten Bentheimer Schweines" jetzt in Worms stattfand.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt mit Hilfe der Erhaltungszucht die im 19. Jahrhundert hervorgebrachte, traditionell im niedersächsischen Raum verbreitete Rasse und damit die genetische Vielfalt zu bewahren. Keine leichte Aufgabe, denn noch vor vier Jahren gab es nur noch 50 registrierte Zuchttiere in 19 so genannten Herdbuchzuchtbetrieben. Heute hat sich die Zahl der Herdbuchzuchtbetriebe für "Bunte Bentheimer" vervierfacht. 400 registrierte Bentheimer werden für die Zucht geführt. Ein erster großer Erfolg für den Verein, der dafür die klassischen Strukturen der Tierzucht aufbrechen musste. Unterstützung lieferte das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen.

Dennoch zählt das "Bunte Bentheimer Schwein" noch immer zu den am stärksten bedrohten Nutztierrassen in Deutschland, fielen die Schweine doch seit den 60er Jahren zunehmend dem veränderten Konsumverhalten zum Opfer. Als "wirtschaftlicher Makel", wie Helge Thoelen, Vorsitzender des Vereins, sagt, galt nun das zuvor geschätzte hochwertige, aber fettreiche Fleisch der Schweine. Gefragt war nun in erster Linie besonders "Magerfleisch", worauf viele Züchter mit neuen Kreuzungen reagierten und die Zucht der alten Bentheimer-Rasse nach und nach aufgaben. Auch in dieser Hinsicht zeigen die Bemühungen der engagierten Züchter, die Rassen- und genetische Vielfalt zu schützen, erste Erfolge: Die Nachfrage nach den "Bunten Bentheimern" ist wieder leicht angestiegen, und vielfach haben sich regional bereits funktionierende Vermarktungsstrukturen für das "vom Geschmack überragende Fleisch", wie Thoelen überzeugt ist, entwickelt.

In Worms stehen jedoch zunächst allein der "Bildungsauftrag" und der Schutz bedrohter Haustierrassen im Vordergrund. Schon bald soll der erste Bentheimer-Nachwuchs eintreffen. Und der wird dann, mit "Ahnentafel, Taufschein und allem was dazu gehört" einen Wormser Herdbuchzuchtbetrieb begründen, wie Helge Thoelen und Dieter Wagner vom Tiergarten erzählen.

Eicheln liefern den Kick

M.Z., 02.11.2006, Annelene Starmann

Spezielle Schweinemast auf Hof Büning

Laer. Die Ausbeute ist riesig. Sagenhafte 32 Tonnen Eicheln haben fleißige Sammler zusammen getragen. Die mittlerweile geschrotete Masse lagert seit letzter Woche auf dem Hof Büning in Laer.

Wie bei herkömmlicher Silage braucht es nun ein paar Wochen, bis das Futter für die Bentheimer Schweine fertig ist. Es soll das Fleisch auf natürliche Weise aromatisieren, erklärt Martin Büning, was es mit der besonderen Futtergabe auf sich hat.

"In Spanien und Italien treibt man die schlachtreifen Schweine einfach in die Wälder, damit sie die Eicheln fressen." Ähnliches hätte man sich auch in den Bagno-Wäldern vorstellen können. diese Pläne scheiterten aber an den strengen Auflagen des Naturschutzes.

Also wird vorerst weiter gesammelt, um über die Eichelfütterung das spezielle Aroma in Schinken, Wurst und andere Fleischwaren zu bekommen.

Die Eichelsammelaktion auf den Höfen Rüsse in Steinfurt, Hemmeke in Itterbeck, Hüsemann in Nordhorn und bei den Bünings in Laer erbrachte fast die dreifache Menge des Vorjahres. Konnten die Landwirte mit den 12 Tonnen Eicheln aus 2005 immerhin 80 Bunte Bentheimer Schweine "versorgen", werden Martin und Maria Büning Anfang nächsten Jahres anfangen, größere Gruppen dieser besonderen Schweineart mit den Eicheln zu mästen und die Produktvielfalt zu erhöhen.

"Erhalten durch Essen" lautet der Slogan, der die Schweinerasse "Bunte Bentheimer" vor dem Aussterben bewahren soll. Klingt paradox, ist nach genauer Überlegung aber durchaus schlüssig. Jenseits von Massentierhaltung wird das ohnehin herzhafte Fleisch durch die Aromatisierung geschmacklich noch aufgewertet,

"Wir haben Kontakt mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die das Projekt wissenschaftlich begleitet", erklärt Martin Büning den Hintergrund der Erkenntnisse. Von dort kam auch der Rat, mit der Eichelmast genau so zu verfahren wie die Spanier: Die letzten sechs Wochen vor der Schlachtung kein Getreide mehr füttern, sondern nur noch Eicheln. Auch über den Zeitraum von sechs Wochen hinaus die Eichelfütterung fortzusetzen, mache keinen Sinn, haben die Wissenschaftler herausgefunden.

Das die so erzeugten Fleischwaren gut ankommen, hat sich zumindestens in einem Feinschmeckerland bereits bewiesen. Maria Büning stellte die ersten Produkte aus der Eichelmast auf dem "Salone del Gusto", der größten Feinschmeckermesse im italienischen Turin, Ende Oktober vor.

Sie bot Nacken- und Lachsschinken sowie lufttrockene Mettwürste in verschiedenen Größen an. "Das internationale Messepublikum war begeistert", sagt Maria Büning.

Sie wird diese Produkte künftig auch auf Wochenmärkten und ab Hof verkaufen. "Die ersten Knochenschinken aus der Eichelmast werden nach einjähriger Reifezeit im Februar / März 2007 angeschnitten", verspricht sie ihren Kunden schon jetzt eine besondere Spezialität. Es gebe schon erste Vorbestellungen für die Schinken. Maria Büning: "Die erfolgreiche Geschichte der Bunten Bentheimer Schweine wird fortgesetzt.

Züchten gegen das Aussterben der Bentheimer

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 06.10.2006

Der Tierpark Arche Warder ist jetzt Schleswig-Holsteins erster offizieller Zuchtbetrieb für Bunte Bentheimer Schweine und liefert damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Rasse.

Warder / sro - Vor drei Jahren war das Bunte Bentheimer Schwein schon fast ausgestorben. Nur noch 50 Tiere - etwa 40 Sauen und 10 Eber - waren im Herdbuch eingetragen. Das war der Anstoss für Helge Thoelen und einige Mitstreiter, den Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines zu gründen. "Die Zuchtbetriebe lagen damals sehr eng beieinander, da hätte der Ausbruch der Schweinepest das Ende der Rasse besiegeln können", berichtet Thoelen. Heute gibt es wieder 387 eingetragene Tiere - Tendenz steigend.

Dazu beigetragen hat auch das bundesweite Herdbuch, das auf Drängen des Vereins eingeführt wurde. "Vorher hat jeder Landesverband seine eigenen Listen geführt, jetzt gibt es eine Übersicht für ganz Deutschland", erklärt der Vereinsvorsitzende, der Schweine im Nebenerwerb züchtet. Die Landesverbände würden allerdings immer noch helfen, beispielsweise wenn es um die Körung eines Ebers geht.

Als erster offizieller Zuchtbetrieb für Bentheimer in Schleswig-Holstein ist gestern der Tierpark Arche Warder aufgenommen worden. Zwei Sauen und ein Eber der Rasse wurden ins Herdbuch aufgenommen. "Eines unserer Hauptanliegen ist es, die Nachzucht gefährdeter Rassen voranzutreiben", sagt Tierpark-Chefin Birgit Radow. Diese hätten nur dann eine reelle Überlebenschance, wenn auch die Nachfrage steigt und das Fleisch vermarktet werden kann. "Dazu möchten wir beitragen und sehen beim Bunten Bentheimer wie auch bei anderen Rassen eine echte Chance."

Einen Anfang macht die Arche Warder in diesem Herbst: Jetzt schon werden Bestellungen für halbe Schweine aufgenommen, die geschlachtet werden sollen. Bentheimer sind allerdings noch nicht dabei. Die können allerdings bei der großen Viehauktion am Sonnabend, 14. Oktober, ersteigert werden. "Da kommen zwei Jungtiere unter den Hammer", sagt Radow.

Auch dem Minister schmeckt Öko

Westfalen, 04.09.2006, Achim Giersberg

Uhlenberg besucht "Aktionstage Ökobau" / Keine Berührungsängste / "Brauchen kleine Metzger"

Laer. Beim Schweineschätzen liegt Eckhard Uhlenberg ganz schön daneben. Das so malerische ins Stroh dahingestreckte Ensemble aus Muttersau mit sieben Ferkeln wiegt 160 Kilo und nicht 120, wie er meint. Ein Präsentkorb ist damit nicht mehr drin.

Sehr viel besser trifft der Minister für Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz die Stimmung, als er wenig später sagt: "Wir haben eine richtige Aufbruchstimmung in der Landwirtschaft". Für einen Vorzeigebetrieb wie den von Martin und Maria Büning in Laer stimmt das allemal: 500 "Bunte Bentheimer" sind das Haupt-Standbein. Diverse Auszeichnungen für artgerechte Haltung zeugen von besonderem Engagement.

Ein Hof also, wie geschaffen, um am Samstag die "Aktionstage Ökobau NRW 2006" zu eröffnen. 300 Betriebe und Naturkostläden im ganzen Land öffnen eine Woche lang ihre Tore, informieren, wollen Appetit machen auf mehr und gesünderen Genuss.

Den holt sich Uhlenberg reichlich. Tapfer schmeckt er sich durch 40 Stände, schüttelt Hände, fragt, hört zu. Alte Apfelsorten wie Alkmene und Aritha muss er kosten, probiert Schinken und Salami aus "Swatbunten", goutiert Taler aus Ziegenkäse, staunt über längst vergessene Kartoffelsorten wie den "Red Duke of York" oder "Bamberger Hörnchen". Danach fällt es ihm nicht schwer, fast pathetisch kundzutun: "Ich möchte ein Bekenntnis zur ökologischen Landwirtschaft ablegen".

Das hören sie hier alle gerne, die Vertreter der Verbände von Bioland bis Demeter, die Bauern und Vermarkter, die zum Teil von weit her gekommen sind. Dass der CDU-Minister erst jetzt erstmals einen Öko-Hof besucht, haben sie aufmerksam registriert. Hat er Berührungsängste ?

Der Bio-Markt wächst, nennt Uhlenberg die Fakten: 15 Prozent in 2005, dieses Jahr wird ähnlich stark. Aber er weiß auch: Bio bleibt eine Nische. Nur 3,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in NRW werden so bewirtschaftet. Da will er die Gewichte nicht verschieben: Öko- und konventioneller Landbau gehören zusammen, eine Bevorzugung dürfe es nicht geben, wiederholt er sein Credo. Und hat dann doch ein paar "Bonbons" bereit: Für eine Harmonisierung der Öko-Förderung in den Bundesländern ( NRW liegt nur im Mittelfeld ) wolle er sich einstzen. Verweist daruf, dass es gelungen sei die Fachschule für Ökologischen Landbau in Haus Riswick in Kleve zu erhalten. Später, beim Schaukochen mit Fernsehkoch Markus Haxter, verrät er sogar, selber am liebsten Müsli aus dem Bioladen zu mögen.

"Bio ist für alle da, nicht nur für Leute, die gestrickte Hemden tragen", freut sich Moderator Ingo Nommsen über den gelungenen Image-Wandel. Danach ein bisschen Talk: Gentechnik ? "Bei den nachwachsenden Rohstoffen bietet sie Chancen". Gammelfleisch? "Wir brauchen mehr kleine Metzger." Sparen beim Umweltschutz ? Schmunzelt über das Büning-Motto "Erhalten durch Aufessen" und das "Westfälische Totleger" kein neues Schimpfwort für Politiker ist, sondern eine alte Hühnerrasse. das lernt er auch.

Zwei Stunden ist er schon da, fühlt sich erkennbar wohl, gönnt sich, trotz all der Häppchen, am Ende noch ein dickes Steak. Öko schmeckt eben. Auch Uhlenberg.

Gewünschte Gewichtszunahme

Essen: Die Kartoffelrevolution ist hoffentlich erst der Anfang

Kommentar von Hanna Gersmann, taz, 19.05.2006

Der Streit um die Königin der Kartoffeln, die Linda, ist ein Lehrstück aus dem modernen Agrarbusiness: Die Bauern entscheiden schon lange nicht mehr, was auf ihren Äckern wächst. Und die Verbraucher nicht, was auf ihren Tellern landet. Saatgutmultis machen die Speisekarte. Zum Glück ging ein kleiner Aufschrei durch die Republik, als der Lüneburger Züchter Europlant die Kultknolle verbannen wollte. Und wurde erhört. Konsumenten haben Gewicht - mehr als gedacht.

Der Agrokonzern hat die emotionale Bindung der Kunden an Dolanum tuberosum unterschätzt. Er machte die Rechnung ohne sie, als er Linda sterben lassen wollte, weil neue Züchtungen größeren Profit versprechen. Die Bürger sammelten sich in Fußgängerzonen, Köche backten Linda-Herzen, Minister outeten sich als Kartoffelliebhaber. Ihr Gemüse bewegt die Deutschen. Und die Knollenrevolution setzt Zeichen - für das Ende des schlechten Geschmacks.

Denn von tausenden bekannten Kartoffelsorten findet sich im Supermarkt ohnehin nur noch ein Bruchteil wieder. Die Sättigungsbeilage hat nur eine Chance, wenn sie dicke Erträge bringt, nicht schnell verdirbt. Wer kennt schon "Reichskanzler", "Ackersegen" oder "Bona". Im Kochtopf: immer das gleiche Einerlei. Bei gemüse, aber auch bei Obst haben sich die naturgegebenen Aromen längst verflüchtigt - aus wirtschaftlichen Gründen.

Das wird sich auch erst dann ändern, wenn die Retroküche, die derzeit noch vor sich hin köchelt, einen deftigen Schub bekommt. Gastronomen und Gärtner haben die alten Sorten zwar längst wiederentdeckt. Doch noch ist das eine Marktnische. In der allerdings lässt es sich richtig gut leben, denn es mundet: Diejenigen, die mal probiert haben, kommen wieder - wegen des Biers aus Schwarzhafer, dem Schinken vom Bunten Bentheimer Landschwein oder der Suppe aus alten Tomatensorten. Nur: Von dieser neuen alten Vielfalt wissen bislang zu wenige.

Bleibt zu hoffen, dass die Kartoffelrevolution tausende Verbraucher gestärkt hat, dass daraus die Apfel-, Tomaten- oder Bierbewegung wächst. Wer einmal gewonnen hat, dürfte doch auf den Geschmack gekommen sein.

Robust, aber stark gefährdet

Winsener Anzeiger, 06.03.2006

Freilichtmuseum am Kiekeberg in Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines aufgenommen

sam / t Ehestorf. Die Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg in Ehestorf wurde nun offiziell als 75. Herdbuchzuchtbetrieb im Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines aufgenommen. Der Geschäftsführer des Vereins, Helge Thoelen, überreichte Museumsdirektor Professor Dr. Rolf Wiese jetzt die Aufnahmeurkunde.

Das Bunte Bentheimer Schwein gehört seit vielen Jahren zur Haustierfamilie am Kiekeberg. Das Museum zeigt damit eine für die Region typische Schweinerasse, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Damals hatte man bei der Zucht Wert auf ein robustes Mastschwein mit hohem Fettanteil gelegt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rasse in Norddeutschland gehalten.

"Die landwirtschaftliche Entwicklung und die enorme Nachfrage der Verbraucher nach Magerfleisch haben die Schweinezucht in den vergangenen 40 Jahren in eine völlig andere Richtung gebracht", bedauert Thoelen. "Die Tendenz in der Wirtschaft geht leider dahin, dass nicht Qualität, sondern der Preis im Vordergrund steht. Um so wichtiger ist es für uns, die biologische und geschmackliche Vielfalt für die Zukunft zu erhalten." Dafür wurde vor drei Jahren der Verein gegründet, der ein bundesweites Herdbuch aufbaut.

Für die Zuchtziele der heute üblichen Schweinehaltung sind die Bentheimer eher ungeignet. Sie sind nicht mager, lassen sich nicht in großen Mastställen halten und sie nehmen sich viel Zeit zum Wachsen. "De Swatbunten" zählen zu den extrem gefährdeten Nutztierrassen in Deutschland. Das Freilichtmuseum züchtet seit 1991 Bentheimer. "Wir können nicht ein Museum mit leeren Häusern machen, sondern brauchen auch die Vieh- und Pflanzenwelt dazu", betonte Wiese. "Uns kommt diese Rasse auch zugute, weil die Tiere sehr robust und genügsam sind und sich nicht von den Besuchern stören lassen."

Jahresmitgliederversammlung 03. /04. März 2006

04.03.2006 / th

Nahezu 50 Mitglieder, Interessierte und Gäste hatten sich in diesem Jahr eingefunden, um an zwei Tagen an der Jahresmitgliederversammlung unseres Vereins teilzunehmen.

Ein abwechslungsreiches Programm zwischen Information, Genuss und Regularien, sowie dem Auffrischen alter Kontakte und dem Knüpfen neuer Kontakte sorgte bei allen TeilnehmerInnen für interessante Eindrücke. Natürlich wechselte auch das ein oder andere Bunte Bentheimer Schwein zur Zucht oder Mast an diesen beiden Tagen den Besitzer.

Erstmals in unserer kurzen, aber ereignisreichen Vereinsgeschichte hat die JMV - nach den JMVs in der Grafschaft Bentheim ( 2003 ), im Emsland ( 2004 ) und in Tecklenburg ( 2005 ) - mit Jork im Alten Land und dem "Kiekeberg" in der Nordheide außerhalb der Ursprungsregion des Bunten Bentheimer Schweines stattgefunden.

Unser Dank gilt dem Team des "Hotel Altes Land", Jork, dem Team des "Freilichtmuseums am Kiekeberg", Ehestorf, sowie den Team "Landfrauen in Aktion".

Ferner danken wir für die informativen Beiträge den ReferentenInnen

- Albert Jessen, Naturland-Verband,
- Lena Backhaus, Universität Göttingen,
- Wiebke Fuchs, Projekt "Lüneburger Landgarten".

Stellvertretend für die Gäste, die uns mit ihrer Teilnahme beehrt und somit ihre Wertschätzung gegenüber unserer Arbeit zum Ausdruck gebracht haben, seien an dieser Stelle

- Dr. Neufeldt, Niedersächsische Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine eG ( NEZ ),
- Dr. Schernewsky, Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e.V.,
- Hr. Lühmann, Bürgermeister der Gemeinde Jork

und

- Prof. Dr. Wiese, Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg

genannt.

Premiere für Bentheimer Schwein

Allg. Hotel- und Gaststättenzeitung

18.02.2006 / tkl

RODENKIRCHEN. Erstmals hat Gastronom Gerfried Hülsmann beim Grünkohlessen in der Markthalle von Rodenkirchen Fleisch vom Bunten Bentheimer Schwein serviert. Bei seinen 450 Gästen hat er darauf durchweg positive Reaktionen geerntet.

Das Bunte Bentheimer Schwein gehört zu den vom Aussterben bedrohten Haustierrassen. Es kann nur deshalb überleben, weil zurzeit ein bundesweites Züchter- und Vermarkternetz gestrickt wird. Das Prinzip laute "Erhalten durch Aufessen", sagt Züchter Helge Thoelen dazu, der das besondere Grünkohlessen in Rodenkirchen ebenso unterstützt hatte wie Schlachter Torsten Wiese. Inzwischen ist der Zuchtbestand nach Thoelens Angaben auf 310 Tiere in 70 Betrieben angestiegen. Vor drei Jahren waren es gerade einmal 50 Schweine. Das Fleisch vom Bunten Bentheimer Schwein ist deftig und liegt deshalb zurzeit nicht unbedingt im Trend. Aber auch weil sich Geschmack ändern kann, sei es sträflicher Leichtsinn, eine Rasse und somit ihr genetisches Material unwiederbringlich verschwinden zu lassen.


Quietschfideles Quartett im Bürgerpark
TIERE Vier "Bunte Bentheimer Schweine" zur Welt gekommen - Seltene Rasse
Die schwarzgefleckten Schweine galten vor Jahren als ausgestorben. Zwei der Ferkel sollen in Bremen bleiben.

NordWest-Zeitung - 19.01.2006
Von Thomas Kuzaj

BREMEN - Es gibt Nachwuchs im Schweinestall des Bürgerpark-Tiergeheges: Erstmals kamen hier Ferkel des "Bunten Bentheimer Schweins" zur Welt - vier an der Zahl.
Die "Bunten Bentheimer" mit ihren charakteristischen schwarzen Flecken stammen eigentlich aus Südoldenburg und Westniedersachsen. Wegen ihres ungünstigen Fleisch-Fett-Verhältnisses waren sie in den vergangenen Jahrzehnten immer schlechter absetzbar. Die Rasse galt schon als ausgestorben.
Unabhängig von einer Vermarktung setzten sich einige Züchter zuletzt stark für die "Bunten Bentheimer" ein. Bürgerpark-Direktor Werner Damke: " Auch der Bürgerparkverein möchte ganz bewußt dazu beitragen, eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse zu erhalten." Die bremische Zuchtstation ist bei Christian Panhorst im Tiergehege des Parks.
In der Nacht zum Montag kamen die Ferkel auf die Welt. Eine Premiere auch für die Muttersau, wie Christian Panhorst berichtet. Die ist 14 Monate alt und war zum ersten Mal trächtig.
Namen haben die vier Kleinen noch nicht - ebensowenig übrigens wie ihre Mutter. Sie gehört zur Zuchtlinie "K". Deshalb bekommt Sie wohl einen Namen, der mit K beginnt. Der Vater, so viel ist klar, heißt "Klopfer". Bei den Kleinen handelt es sich um einen Eber und drei Sauen.
Putzmunter tollen sie im Stall umher, kennen ihre Laufwege schon gut. Vor allem sind sie noch so klein, daß sie flink zwischen Gitterstäben hindurchschlüpfen.
Aber die Muttersau paßt gut auf, daß niemand wirklich entkommt. Noch liegen die kleinen Ferkel auch gern unter einen warmen Infrarotlampe. Das tut gut.
Bald aber können die vier auch nach draußen, um sich den Bürgerpark-Besuchern zu präsentieren. "Am Wochenende vielleicht. Oder nächste Woche", schätzt Tierpfleger Christian Panhorst. "Sie wachsen schnell. Acht bis zehn Wochen bleiben sie hier."
Ein bis zwei der jungen Schweine werde man im Park behalten, die anderen an interessierte Landwirte verkaufen. "Bunte Bentheimer" haben gute Muttereigenschaften. Sie gelten als fruchtbar robust und stressresistent. Mit ihrer Zucht, so heißt es, werde ein Stück regionaler Identität erhalten. Im Bürgerpark bekommt man davon einen lebendigen Eindruck.

[Home] [Pressearchiv] [Archiv 2000] [Archiv 2003] [Archiv 2004] [Archiv 2005] [Archiv 2006] [Archiv 2007] [Archiv 2008] [Archiv 2009] [Archiv 2010] [Archiv 2011]