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Pressearchiv 2010

Pressemitteilung

Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration vorhanden
Belsdorf, den 12.11.10

Bezüglich der Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration setzt das NEULAND-Qualitätsfleischprogramm aus besonders tiergerechter Haltung weiterhin auf die Isofluranbetäubung mit Schmerzbehandlung.

„Die bisherigen Erfahrungen bei NEULAND haben gezeigt das mit diesem in der Schweiz entwickelten Verfahren ein tierschutzkonformes Verfahren vorliegt, welches eine gute Betäubungstiefe und praktische Durchführung gewährleiste. Kostentreibend ist allerdings die Tierarztpflicht. Für eine Branchenlösung ist allerdings die Anwendung durch den Landwirt mit Sachkundenachweis, wie in der Schweiz, anzustreben sowie die Zulassung von Isofluran. Bisher erfolgt der Einsatz durch eine Umwidmung,“ so Jochen Dettmer, Bundesgeschäftsführer von NEULAND zu den Ergebnissen der Fachtagung von QS und BMELV vom 11.11.10 in Berlin.

Die anderen Alternativen zur Ferkelkastration bewertete Dettmer wie folgt:

„Die Impfung gegen Ebergeruch mag zwar aus Tierschutzgründen akzeptabel sein, aber in den NEULAND-Strukturen noch nicht umsetzbar.

Die Ebermast ist zwar langfristig anzustreben, jedoch aufgrund der schwierigen Bestimmung des Ebergeruchs und mangelnden Verwertungsalternativen heute für NEULAND noch nicht Praxisreif.  Die Umsetzung der Ebermast in großen Schlachtunternehmen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in kleinen dezentralen Strukturen des Fleischerhandwerks eine Verwertung von Stinkern nicht möglich ist. Aber gerade diese Strukturen sind aus Gründen des Tierschutzes, der regionalen Wertschöpfung und Esskultur erhaltenswürdig. Ergebnisse zur züchterischen Beeinflussung des Ebergeruchs sind nicht vor  10 Jahren zu erwarten, so dass die Isofluranbetäubung mit Schmerzbehandlung für NEULAND noch eine längere Übergangslösung darstellt. Darum wäre dieses Verfahren auch für den Ökologischen Landbau zu empfehlen,“ so Jochen Dettmer abschließend.

 

Erntedankplakat

 Das Plakat kann für 50 Cent pro Stück zzgl. Versandkosten bei Vera Thiel, AbL-Verlag bestellt werden. Bestellung unter
mail: verlag@bauernstimme.de
Koordination Gentechnikfreie Regionen in Deutschland
Kooperationsprojekt der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.
und des Vereins zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft (FaNaL) e.V.
c/o Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
Heiligengeiststr. 28, 21335 Lüneburg, Tel: 04131/400720, Fax: 04131/407758 Mail:
gentechnikfreie-regionen@abl-ev.de,
www.gentechnikfreie-regionen.de
www.abl-ev.de/gentechnik

 

 Keine Kastration ohne Spritze

WN 01.09.2010 Laer - Maria Büning ist es gewohnt, besonders mit ihren kritischen Kunden auf dem Wochen- und Bio-Markt in Münster zu diskutieren. „Die wollen auch wissen, wie unsere Tiere geschlachtet und kastriert werden,“ erklärt die Bio-Bäuerin, die mit ihrem Mann Martin schon seit 1996 Bunte Bentheimer Schweine züchtet. Weil die alte Haustierrasse vor dem Aussterben bedroht ist, erhielt ihr Betrieb, der nach dem Motto „Erhalten durch Aufessen“ handelt, vor 14 Jahren durch die Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH) die Anerkennung als Arche-Hof.

Ein Blick auf die große Scheunenwand auf dem Hof an der Borghorster Straße 67 in der Laerer Aabauerschaft zeigt, dass es für den 85 Hektar großen Hof seit der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung nach Naturlandrichtlinien im Jahr 1990 bereits viele Auszeichnungen gegeben hat.Neuland_Mitglied_Büning

Martin Steinmann (l.) vom Vorstand des Neuland-Vereins überreichte Maria und Martin Büning im Beisein von Bürgermeister Detlev Prange (r.) das Schild zur offiziellen Anerkennung als Neuland-Betrieb. Es kam an die große Scheunenwand, an der bereits zahlreiche Auszeichnungen hängen. Foto:-(abi)

Seit neuestem ist der Ökodemonstrationshof auch Neuland-Betrieb. Ende August bekamen die landwirtschaftlichen Seiteneinsteiger die offizielle Anerkennung des Vereins für artgerechte und umweltschonende Nutztierhaltung. Die ethische Verpflichtung des Menschen gegenüber dem Tier und der Umwelt ist die Grundidee des Projektes, das 1988 gegründet wurde. Basis seines Programms sind gemeinsam erarbeitete Richtlinien zur Haltung, Schlachtung, Transport und Verarbeitung der Tiere.

„Nur, wer seine Tiere artgerecht hält, wird anerkannt,“ betont Martin Steinmann, der Vorstandsmitglied des Neulandes-Vereines ist, während einer Pressekonferenz auf dem Büning-Hof. Während des Gesprächs - an dem auch Bürgermeister Detlev Prange teilnimmt - geht es nicht nur um die offizielle Anerkennung als Neuland-Betrieb, sondern auch um das siebte Bunte Bentheimer Schweinefest, zu dem das Ehepaar am 12. September (Sonntag) von 10 bis 18 Uhr in die Aabauerschaft einlädt. Dieses bietet allen Besuchern die Gelegenheit, sich in allen Ställen sowie im Freilaufgehege umzusehen und viele ebenfalls biologisch wirtschaftende Kollegenbetriebe der Bünings kennenzulernen, die alte Kartoffelsorten, alte Tomaten und alte Obstsorten offerieren. Zudem gibt es Ziegen- und Kuhkäse, Öle, Honig, Blumen, Stauden und vieles mehr. „Die ganze Palette des Ökolandbaues wird auf einem bunten Wochenmarkt präsentiert“, heißt es im Einladungsschreiben der Gastgeber, die zudem ein Kinderprogramm mit Strohhüpfburg, Malen und Tiere füttern versprechen. Außerdem gibt es den bewährten Schweinegewichts-Schätzwettbewerb sowie Essen und Trinken in Hülle und Fülle. Nicht zu vergessen die Infostände. Im persönlichen Gespräch können die Gäste auch erfahren, dass die Ferkel des Ehepaars Büning eine Spritze mit einem Schmerzmittel bekommen, bevor sie kastriert werden. Als Vorreiter in Sachen Tierschutz sieht sich der Neuland-Verein, der sich gegen eine schmerzhafte Kastration bei vollem Bewusstsein ausspricht. „Wir sind das erste Markenfleischprogramm, bei dem seit Mai 2008 alle Ferkel nur noch unter Betäubung und schmerzfrei kastriert werden“, betont Martin Steinmann.

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Biologische Vielfalt schützen und nutzen

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung biologischer Vielfalt in der Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft bilden die Lebensgrundlage für uns und die nachfolgenden Generation en.

 

Überall in Deutschland gibt es Menschen, die sich für die Nutzung und den Erhalt von biologischer Vielfalt einsetzen. Wir zeigen Ihnen wo und geben Ihnen die Möglichkeit, selber etwas in die Karte einzutragen. (mehr...)

Neu auf globe-spotting.de: SPECIAL „Ware Fleisch“:

Gammelfleisch, Käfighaltung, Vogel- und Schweinegrippe bringen die industrielle Fleischerzeugung immer wieder in die Schlagzeilen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit blieb dagegen der Transformations- und Konzentrationsprozess, den die Industrie in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Einige wenige Unternehmen kontrollieren inzwischen die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette. Mit dieser Entwicklung und ihren vielfältigen negativen Auswirkungen auf Gesundheit von Mensch und Tier, auf die natürliche Umwelt und die bäuerliche Landwirtschaft wird sich das globe-spotting-SPECIAL „Ware Fleisch“ in den kommenden Monaten beschäftigen. Es wird betreut von Susanne Gura, die seit einigen Jahren die Entwicklung der Tierhaltungsindustrie analysiert. Aktueller Anlass für dieses SPECIAL ist der 9. Weltkongress zur Anwendung von Gentechnologien in der Tierproduktion (WCGALP) vom 1. bis 6. August 2010 in Leipzig, ein Treffpunkt für Wissenschaftler und Unternehmen aus aller Welt, die an der “genetischen Verbesserung von Nutztieren” arbeiten.http://www.globe-spotting.de/special_fleisch.html

 

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Medienmitteilung, 27.4.2010

US Konzern Monsanto beansprucht Schweinefleisch als Patent
Warnung vor Kontrolle der Lebensmittelproduktion durch internationale Konzerne

Aktuelle Recherchen zeigen, dass immer mehr Patente auf die Zucht konventioneller Pflanzen angemeldet werden. Die Zahl der internationalen Patentanmeldungen in diesem Bereich steigt drastisch an und verdoppelte sich im Zeitraum von 2007 bis Ende 2009. Zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich gehören Monsanto, Dupont und Syngenta. Diese und andere Unternehmen versuchen mit und ohne Gentechnik, ihre Patentmonopole über die gesamte Kette der Nahrungsmittelerzeugung auszuweiten. Die Ansprüche reichen von Futtermitteln, mit denen Tiere gemästet werden bis hin zu Lebensmitteln wie Fleisch, das von diesen Tieren gewonnen wird.


In einer Patentanmeldung beansprucht Monsanto jetzt sogar Schinken und Schnitzel. In der Patentanmeldung WO2009097403 erklärt Monsanto das Fleisch von Schweinen, die mit Monsanto's gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, zur patentierten Erfindung. Im März 2010 reichte Monsanto eine ähnliche Patentanmeldung (WO 201027788) auf Fische aus Aqua-Kulturen nach: Der Konzern reklamiert vom Thunfisch bis zur Sardelle alle Fischprodukte für sich. Einige ähnlich weitreichenden Patente wurden sogar bereits erteilt. So erhielt Monsanto 2009 ein Europäisches Patent (EP 1356033), das sich über die gesamte Kette der Nahrungsmittelerzeugung erstreckt und vom Saatgut bis hin zu Lebensmittel wie Mehl und Öl reicht.


„Internationale Konzerne versuchen immer größere Kontrolle über die Herstellung von Lebensmitteln zu erlangen. Verbraucher, Landwirte, Züchter und Lebensmittelhersteller sind von dieser Entwicklung gleichermaßen bedroht. Das Vorgehen der Konzerne ist ein unmoralischer Missbrauch des Patentrechtes. Sie versuchen ihre Gewinne zu vermehren, während eine Milliarde Menschen hungern muss," sagt François Meienberg von der Erklärung von Bern.


Wie die Erfahrung in den USA zeigt, führen Patente auf Saatgut zu einer zunehmenden Marktkonzentration, stark ansteigenden Preisen für Saatgut, einer reduzierten Auswahlmöglichkeit und wachsenden Abhängigkeiten für Landwirte. Die Züchter verlieren den freien Zugang zu Saatgut, was negative Auswirkungen auf die Entwicklung auf den Fortschritt in der Züchtung hat. Inzwischen wird in mehreren US Staaten von Staatsanwälten geprüft, ob Monsanto gegen das Kartellrecht verstößt, den Wettbewerb ausschaltet und die Preise für Saatgut manipuliert.


Die Koalition 'No Patents on Seeds!" warnt davor, dass die Marktkonzentration noch weiter zunehmen wird, wenn der laufende Mißbrauch des Patentrechtes nicht gestoppt wird. Die Koalition wird weltweit von etwa dreihundert Organisationen unterstützt. Sie fordern drastische Änderungen im Patentrecht und der Praxis der Patentämter. Die Regierungen werden aufgefordert, das Patentrecht zu ändern um Patente auf Saatgut und Tiere und deren Gene zu verbieten.


Download des Monsanto-Patents: wo2009097403a1 1.89 Mb

Gehe zum Appell gegen Monsantonisierung

 

Globale Erklärung gegen die "Monsantosierung" von Saatgut, Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln

Der Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. fordert einen Stopp der Patentierung von Saatgut, Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln.

Ein internationales Bündnis gegen Patente auf Saatgut, Pflanzen, landwirtschaftliche Nutztiere und Lebensmitteln startet heute globale Aktivitäten. Weit über 100 Organisationen aus vielen Teilen der Welt warnen gemeinsam vor den Gefahren einer zunehmenden Monopolisierung in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Saatgut, Pflanzen, Nutztiere ihre Gene und die Kette der Lebensmittelerzeugung werden zunehmend exklusiven Monopolrechten unterworfen, die auf Patenten beruhen. Weltweit werden in diesem Bereich immer mehr Patente angemeldet, die sich inzwischen sogar auf die konventionelle Zucht von Pflanzen und Tieren erstrecken. Diese werden als von der Industrie als 'Erfindung' beansprucht.

Wenn dieser Trend nicht gestoppt wird, werden sowohl Landwirte als auch mittelständische Züchter und Verbraucher von schwerwiegenden Folgen betroffen sein. Wenn man den internationalen Konzernen die Kontrolle über das Saatgut überlässt, werden diese auch die Entscheidung darüber treffen, welche Lebensmittel auf den Markt kommen und wie sie erzeugt werden. Insbesondere Landwirte geraten so in zunehmende Abhängigkeit von den Konzernen der Agrochemie und Saatgutindustrie. Aber auch die Züchtung wird zunehmend erschwert, weil der Zugang zu genetischen Ressourcen durch Patente blockiert wird. Dadurch werden Innovationen behindert, die dringend zur Sicherung der Welternährung benötigt werden.

Beispielsweise hat der US Konzern Monsanto jüngst das Patent WO2008021413 angemeldet, in der auf mehr als 1000 Seiten und in 175 Ansprüchen verschiedenste Gensequenzen und Genvariationen bei Mais und Soja als Erfindung beansprucht werden. Monsanto geht sogar so weit, alle Mais und Sojapflanzen zu beanspruchen, die diese Gene natürlicherweise enthalten. Weiterhin wird jegliche Verwendung der Pflanzen für die Herstellung von Futter- und Lebensmitteln sowie Biomasse beansprucht. In einer weiteren Patentanmeldung WO 2009011847, beansprucht Monsanto die Zucht von Rindern, sowie "Milch, Käse, Butter und Fleisch". Vor dem Hintergrund dieser und anderer Patentanmeldungen von Firmen wie Monsanto, Dupont und Syngenta fordert die die Organisation Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. von Regierungen, Politikern sowie Patentämtern, dafür zu sorgen, dass derartige Patente nicht erteilt werden können.

"Es ist eine grundlegende Veränderung sowohl in den Patentgesetzen als auch in der Praxis der Patentämter nötig, um Patente auf Pflanzen und landwirtschaftliche Nutztiere auszuschließen. Es darf nicht zugelassen werden, dass Konzerne das Patentrecht weiterhin dafür missbrauchen, um sich die Kontrolle über Saatgut und Nutztiere anzueignen. Wird die Entwicklung nicht gestoppt, drohen diese Patente die weltweite Nahrungsmittelversorgung und die regionale Selbstbestimmung bei der Nahrungsmittelproduktion zu gefährden." sagt Helge Thoelen, 1. Vorsitzender des verein zur Haltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V.

Der Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. fordert Organisationen und Personen auf, den gemeinsamen Aufruf zu unterzeichnen, der auf der Homepage der Koalition "No Patents on Seeds" zu finden ist. Das Bündnis plant verschiedene Aktionstage gegen Patente auf Saatgut und Lebensmittel ab Ende April 2010. Diese Aktionstage werden bis zu einer öffentlichen Anhörung am Europäischen Patentamt am 20 Juli dauern. Bei dieser Anhörung geht es um ein Patent auf die konventionelle Züchtung von Brokkoli, es wird eine Grundsatzentscheidung erwartet. Die Organisation Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. wird die Öffentlichkeit über die weiteren Aktivitäten informieren und diese Aktivitäten auch unterstützen.

Hier findet sich der internationale Aufruf: Aufruf gegen Monsantonisierung

 

Studie zu den Perspektiven des Europäischen Tierschutzsiegel vorgestellt

Berlin, 21.1.10

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin, wurden auf einer Fachtagung des NEULAND-Vereins für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung am 19.1.10 von Prof.Spiller und Prof. Theuvsen vom Departement für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg August Universität Göttingen die Ergebnisse eines Projektes zu den Perspektiven für ein Europäisches Tierschutzlabel vorgestellt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Mitglieder der Projektgruppe waren neben Prof. Spiller und Prof. Theuvsen noch Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes, des NEULAND e.V., des Departements für Nutztierwissenschaften der Georg August Universität Göttingen und des Institutes für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich Löffler Institutes.

Prof. Spiller und Prof. Theuvsen haben dargestellt dass es nach ihren wissenschaftlichen Untersuchungen und Recherchen schon jetzt eine Verbrauchernachfrage von 20 % nach Produkten aus besonders tiergerechter Nachfrage existiere. Dem steht aber nur ein Angebot von noch nicht einmal 1 % entgegen. Aus ökonomischer Sicht handele es sich dabei um einen Fall von Marktversagen, der durch vielfältige Faktoren, u.a. durch Informationsdefizite, Zielkonflikte, Herdenverhalten und blockierte Märkte zu erklären ist. Darum handelt es sich bei dem Markt für Produkte aus besonders tiergerechter Haltung um einen ungehobenen Schatz, der durch ein Tierschutzlabel gehoben werden könne.

Nach Ansicht der Projektgruppe sollte ein Tierschutzlabel folgende Gestaltungselemente enthalten:

 

  • Wahl eines Tierschutzniveaus oberhalb des gesetzlichen Tierschutzstandards zur Sicherung der Glaubwürdigkeit des Labels (Strategie des „Goldstandards“)
  • Festlegung eindeutiger Bewertungskriterien entsprechend dem Stand der Forschung aus den Bereichen Haltung, Management, Tiergesundheit und insbesondere Tierverhalten.
  • Konzentration der Bewertung tierschutzrelevanter Apsekte auf praktikable (Zeit und Kosten), transparente und kommunizierbare Kriterien.
  • Verdeutlichung des Mehrwerts für den Konsumenten durch ein Label mit hohem Wiedererkennungswert.
  • Freiwillige Teilnahme am Labbeling-System. Eigenmotivation verspricht eeine höhere Dynamik und stärkt die Position im Wettbewerb. Ein obligatorisches Label verlang5 eine flächendeckende und vergleichbare Bewertung aller Tierhaltungsformen und Tierarten und ist derzeit nicht realistisch.
  • Staatliche Standardsetzung in Kombination mit privatwirtschaftlicher Administration nutzt die Vorteile beider Institutionen.
  • Plädoyer für eine europäische Lösung. Es ist aber offen, ob die EU in der näheren Zukunft einen Vorschlag entwickeln wird. Wenn nicht, sollte eine nationale Pionierlösung angestrebt werden
  • Wahl eines einstufigen Tierschutzlabels zur Erhöhung der Verständlichkeit und Deutlichkeit der Aussage gegenüber dem Verbraucher.
  • Einführung risikoorientierter Kontrollen zur Reduktion des Aufwands von Zertifizierung und Auditierung.
  • Möglichst simultane Erschließung verschiedener Vertriebswege für die Tierschutzprodukte zur Überwindung der Supply Chain-Barriere („Kuppelprodukt Fleisch“).
  • Intensive Begleitung der Markteinführungsphase durch den Staat (vergleichbare Werbekonzepte wie beim Bio-Siegel).

Die vollständige Fassung der Studie kann in kürze von der Homepage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unter www.bl.de heruntergeladen werden.

 

 

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