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Berlin, 20. Januar 2011
Lebensmittelskandale sind Zeichen für Systemfehler
Das AgrarBündnis mahnt neue Agrarpolitik an
In Berlin stellte das AgrarBündnis den Kritischen Agrarbericht 2011 vor und nahm Stellung zu aktuellen agrarpolitischen Themen.
Vom aktuellen Dioxin-Futtermittelskandal seien landwirtschaftliche Betriebe in nahezu allen Bundesländern betroffen. Das zeige, wohin der Weg des „Wachsens oder Weichens“ und der industriellen Pro-duktion der Lebensmittel führe. Der aktuelle Skandal könne nicht auf einzelne schwarze Schafe abgewälzt werden. Hier liege ein System-fehler vor. Das war die einhellige Meinung der Repräsentanten von 24 Verbänden aus Landwirtschaft, Tierschutz, Umweltschutz und Ent-wicklungspolitik.
Vielfalt ist bedroht – Trendwende nicht in Sicht
Die Bedeutung, die Bedrohung und Wege zum Erhalt der Vielfalt in der Landwirtschaft sind das zentrale Thema des Kritischen Agrarberichts 2011.
Heidrun Betz vom Deutschen Tierschutzbund machte auf den drama-tischen Verlust bei der Vielfalt der Nutztiere aufmerksam: Beim Geflü-gel beliefern vier Konzerne die gesamte Welt mit „Zuchtmaterial“. In Deutschland stammen sowohl bei der Milchviehhaltung als auch bei den Schweinen 97 Prozent der Tiere aus nur vier Rassen. Während die Zucht von Konzernen beherrscht werde, werde die Erhaltung der landwirtschaftlichen Vielfalt und des dazugehörigen Wissens über-wiegend ehrenamtlich geleistet und privat finanziert.
Hubert Weiger, Bundesvorsitzender des Bund für Umwelt und Natur-schutz Deutschland, machte eine fehlgesteuerte Agrar- und Umwelt-politik dafür verantwortlich, dass die gesetzten Ziele zum Erhalt der Artenvielfalt nicht erreicht worden sind: „Die Bundesregierung hat zen-trale Umweltgesetze bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht, so dass sie ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele nicht erreichen konnte. Die Überdüngung stagniert auf hohem Niveau und bleibt eine der Hauptursa-chen für den rasanten Artenverlust.“ Weiger ging auch auf die Tierhaltung ein: „Die gesetzlich und mit Subventionen beförderte Ausweitung der Massentierhaltung ist nicht nur ein Einfallstor für Dioxin- und an-dere Risiken, sondern sie ist auch Ursache für das kolossale Versa-gen hinsichtlich konkreter Klimaschutzziele für die Landwirtschaft für das Jahr 2010.“
Agrarreform: Chance zum Wandel nutzen!
Als Konsequenz aus dem aktuellen Futtermittel-Skandal forderte Bernd Voß von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, dass die Namen der Futtermittelfirmen öffentlich gemacht werden, die mit Kriminellen Geschäfte gemacht haben: „Der gute Name muss auf dem Spiel stehen, um der kriminellen Energie etwas entgegenzusetzen AgrarBündnis e.V., Dr. Frieder Thomas, Markstätte 26, 78462 Konstanz, Fon 07531 282939-1, Mobil 0160 98737572 info@agrarbuendnis.de, www.agrarbuendnis.de hier der Bericht als Pdf-Dokument
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